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Wissenswertes über Feigwarzen

Erfahren Sie Wissenswertes über Feigwarzen

Papillomaviren als Verursacher

Genitalwarzen, auch Feigwarzen oder medizinisch Kondylome genannt, werden durch eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) hervorgerufen. Hierbei handelt es sich um eine ansteckende Erkrankung, die sexuell übertragen wird. Sie äußert sich zunächst in Form kleiner, stecknadelkopfgroßer, weißlicher Knötchen, die an den äußeren Geschlechtsorganen (Schamlippen, Penis), in der Harnröhre oder im Scheiden- oder Afterbereich auftreten können. Seltener entstehen sie am Gebärmutterhals, in der Leistengegend sowie an den Oberschenkeln.

Kein einheitliches Krankheitsbild

Diese Geschwülste können im Verlauf der Erkrankung kontinuierlich größer werden. In manchen Fällen nehmen sie sogar blumenkohlartige Wucherungen unterschiedlichen Ausmaßes an; andererseits können sie aber auch von selbst wieder abheilen. Feigwarzen sind schwer zu therapieren und können ständig wiederkehren. Bei den Patienten lösen sie Ängste und Verunsicherung aus und sind eine große psychische Belastung.

Wer bekommt Feigwarzen?

Feigwarzen sind die am häufigsten sexuell übertragene Viruserkrankung. Die Infektion erfolgt über direkten Hautkontakt während vaginalem, analem oder oralem Geschlechtsverkehr. Ungeschützter Geschlechtsverkehr und oft wechselnde Sexualpartner sind Hauptrisikofaktoren für eine Übertragung. Allerdings bedeutet auch die Verwendung von Kondomen keinen ganz sicheren Schutz vor einer Ansteckung. Die Genitalwarzen können bei jeder sexuell aktiven Person unabhängig von Alter und Geschlecht auftreten. Sowohl die homosexuelle als auch die heterosexuelle Bevölkerung ist betroffen. Auch Säuglinge können bei der Geburt durch die Mutter infiziert werden, obwohl das Risiko minimal ist.

Die Zahl der Betroffenen nimmt stetig zu

Die sexuell aktive Bevölkerung umfasst in Deutschland etwa 34 Millionen Menschen. Von Feigwarzen betroffen sind nach Annahme von Experten etwa 1-2%. Seit den 80er Jahren nimmt die Zahl der Neuerkrankungen zu. Bei jungen Erwachsenen werden Genitalwarzen am häufigsten diagnostiziert. Das erste Mal treten sie meist im Alter zwischen 16 und 25 Jahren auf.

14% mit unentdeckten Infektionen

Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Entstehung von Feigwarzen kann sich auf ein oder mehrere Jahre ausdehnen. In Folge mancher Infektionen entwickeln sich überhaupt keine Warzen. Besonders gefährlich: Ein Infizierter kann Überträger sein, auch wenn er selbst an sich keine Symptome bemerkt. Diese subklinischen, also unentdeckten Infektionen werden bei 14% der sexuell aktiven Bevölkerung vermutet und scheinen der Hauptgrund für die starke Verbreitung der Genitalwarzen zu sein.

Fachärzte diagnostizieren die Erkrankung

Obwohl Feigwarzen charakteristische Erkennungsmerkmale wie weißliche Knötchen aufweisen, sollte bei entsprechendem Verdacht immer ein Facharzt oder eine Klinik aufgesucht werden. Ansprechpartner sind Hautärzte, Frauenärzte oder Urologen. Um eine Diagnose abzusichern, behandelt der Arzt die betroffene Stelle in der Regel mit einer verdünnten Essigsäurelösung oder bedeckt sie für einige Minuten mit einer in Essigsäure getränkten Kompresse. Liegt eine Feigwarzen-Erkrankung vor, so verfärbt sich die entsprechende Stelle weiß. Neben diesem unspezifischen Test können prinzipiell auch aufwendigere Laboruntersuchungen durchgeführt werden, die jedoch in der Praxis nicht zur Routine gehören.

Zusammenhang zwischen HPV, Feigwarzen und Krebs

Gefährlich sind diejenigen Typen der Papillomaviren, die ein krebsauslösendes Potenzial besitzen. Da dieses je nach Virustyp unterschiedlich stark ausgeprägt ist, unterscheidet man zwischen Niedrig- und Hochrisikotypen ("low-" bzw. "high risk"-Typen). Die Feigwarzen verursachenden Papillomaviren sind in den allermeisten Fällen "low risk"-Typen, ohne Risiko einer bösartigen Veränderung.

Gebärmutterhalskrebs und Papillomaviren

Im Gegensatz dazu scheinen Infektionen durch HPV-Hochrisikotypen ein wichtiger Faktor für die Entstehung verschiedener bösartiger Haut- und Schleimhaut-Tumore zu sein. Bei Frauen mit Gebärmutterhalskrebs können diese Papillomaviren beispielsweise in nahezu allen Fällen nachgewiesen werden. Somit spielt der männliche Sexualpartner als Überträger des Virus vermutlich eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ("male factor"). Neben Gebärmutterhalskrebs scheinen einige HPV-Typen auch bei der Entstehung bösartiger Geschwüre an den äußeren Geschlechtsorganen beteiligt zu sein. Das Bekämpfen einer Infektion mit Papillomaviren ist also gleichzeitig als eine Vorsorge gegen die Entstehung bösartiger Tumore anzusehen.

Mittlerweile gibt es in Deutschland auch eine HPV-Impfung. Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Sie schützt den Körper vor einer andauernden Infektion mit den HPV-Typen 16 und 18. Diese beiden Virus-Typen sind für fast dreiviertel aller Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich. In Deutschland wird die Impfung gegen humane Papillomviren der Typen 16 und 18 für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Aber auch Frauen, die älter als 17 Jahre sind, können von einer Impfung profitieren.

Ein Mann und eine Frau im Bett
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